#ihaveastream – Junges Podium in Borken

Kameras und Mikrophone erwarteten die Politiker*innen als sie am Samstag, 22.08.2020 zur politischen Gesprächsrunde der Kolpingjugend in Borken eintrafen. Die Ortsgruppe Borken hatte gemeinsam mit dem Diözesanverband der Kolpingjugend unter dem Titel #ihaveastream den Polit-Talk zur Kommunalwahl organisiert. Die komplette Diskussion wurde dabei gefilmt und im Internet auf Instagram live gestreamt. Das jung besetzte Podium aus Politiker*innen von fünf Parteien, die am 13.09.2020 in Borken zur Wahl stehen, diskutierte eine Stunde lang über kommunale Themen.

Mobilität und Attraktivität der Innenstadt als Kernthemen

Den Auftakt bildete eine Diskussion rund um die Fahrradfreundlichkeit Borkens. „Wir fordern einen Ausbau der Fahrradstraßen“, teilte Niklas Büning (DIE LINKE) mit. Bündnis 90/Die Grünen und die SPD möchten mit dem Ausbau von Fahrradschnellstraßen mehr für die Fahrradfreundlichkeit in Borken tun. „Beim Fahrrad fahren geht es auch immer um die Sicherheit der Fahrer*innen. Wir machen uns daher für sichere Radwege stark, damit auch Kinder und Jugendliche mit dem Fahrrad zur Schule fahren können“, stellte Theresa Weddeling (UWG) heraus.

Dass man den ÖPNV komplett kostenlos anbieten solle, begrüßen die LINKE und die SPD. Kritisch beurteilt wird die Idee des komplett kostenlosen ÖPNV von Nico Nikolov (CDU) und Theresa Weddeling (UWG). Nico Nikolov (CDU) stellte in diesem Zusammenhang heraus, dass „ein kostenloser ÖPNV nicht unbedingt mehr genutzt werden würde. Aber das Sammeltaxi ist eine gute und günstige Möglichkeit, um sich fortzubewegen. Wenn man die Digitalisierung mitdenkt, sind auch Ride-Sharing-Konzepte sinnvoll“. Und Mara Lohmann (Bündnis 90/Die Grünen) ergänzt: „Wir müssen mehr für bestehende Angebote werben und Tickets durch Subventionierungen für Schüler*innen günstiger machen.“

Thematisiert wurde auch, dass viele junge Borkener*innen aufgrund fehlender Möglichkeiten vor Ort Einkaufs- und Freizeitangebote eher in den umliegenden Städten wie Rhede oder Bocholt wahrnehmen würden. „Es ist wichtig, Borken etwa durch neue Kaufhäuser attraktiver zu machen“, meinte Marvin Buchecker (SPD). Dennoch könne die Politik nicht den Bau von Geschäften oder Diskotheken vorschreiben, entgegnete Nico Nikolov (CDU). „Borken soll nicht wie jede andere Stadt aussehen; vielmehr braucht es ein paar Anziehungspunkten für die Stadt“, forderte Theresa Weddeling (UWG). „Im Freizeitbereich könnte man auch gezielt Bands nach Borken einladen“, schlug Mara Lohmann (Bündnis 90/Die Grünen) vor.

Unterschiedliche Positionen erkennbar

Die Aktion lebte in Borken vor allem von der inhaltlich starken Diskussion der Parteien, die bei einzelnen Themen Unterschiede aufwies.  Erfreulich war zudem, dass sich die Zuschauer*innen des Livestreams mit zahlreichen Fragen über den Live-Chat rege an der Diskussion beteiligten und durch ihre Fragen den Verlauf des Livestreams mitgestalteten.

Etwa 21 Personen haben sich die Gesprächsrunde am Samstag live angesehen und mitdiskutiert. Der Stream ist zudem für alle Interessierten auf YouTube auf dem Kanal der Kolpingjugend Diözesanverband Münster dauerhaft verfügbar. Gefördert wird das Projekt durch #jungesnrw – Perspektiven vor Ort. Es wird gefördert durch den Landesjugendring und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW.

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Britta Spahlholz (Kolpingjugend Diözesanverband Münster), Pauline Haick (Kolpingjugend Borken), Johanna Hollstegge (Kolpingjugend Borken), Nico Nikolov (CDU), Mara Lohmann (Bündnis 90/Die Grünen), Niklas Büning (DIE LINKE), Theresa Weddeling (UWG), Marvin Buchecker (SPD), Henry Gottlob (Kolpingjugend Borken), Max Krax (Kolpingjugend Borken)

Text: Britta Spahlholz; Bild: Mareike Borger

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